Benennung

Johanna Dombois

Datum der letzten Änderung

04.04.2011 08:14:28

©

2012

Werkstoff

Regie|>Oper|>Neues Musiktheater

Datum der letzten Ansicht

22.02.2012 21:01:18

Blatt

0003

Inspiration

Johanna Dombois

Opernregisseurin und Autorin. Geb. 1967 in Berlin. Experimentelles Musiktheater und Medienkunst u.a. in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste Berlin, De Nederlandse Opera/ Het Muziektheater Amsterdam, Staatstheater Kassel, Semperoper Dresden, Fraunhofer Institut Medienkommunikation IMK, Beethoven-Haus Bonn, ZKM Karlsruhe, Theater Freiburg, Cabaret Voltaire Zürich. Fachbeiträge und Essays für Die Deutsche Bühne, Bühnentechnische Rundschau, nmz–neue musikzeitung, Positionen, Musik & Ästhetik, Lettre International, Merkur, SPEX, Die Zeit, Opernwelt u.a.

Erste Theaterarbeit am Young Vic London (1987-89). Praktika in den Werkstätten der Deutschen Oper Berlin (1989), im Globe-Theater (1991), der Theaterkunst GmbH Berlin (1995/96). Regiehospitanzen und -assistenzen bei Götz Friedrich (1992), Pierre Audi (1998), Michael Leinert (1999), Peter Konwitschny (2000). 1989-95 Studium der Theaterwissenschaften, Germanistik, Anglistik und Kostümkunde in Berlin, Wien und Uppsala. 1997ff. Dissertation. 2001-05 Künstlerische Leiterin der Bühne für Musikvisualisierung des Beethoven-Hauses Bonn. Seit 2005 Zusammenarbeit mit dem Musikphilosophen und Dramaturgen Richard Klein. 2006 Promotion bei Peter Wapnewski (Technische Universität Berlin) mit einer Arbeit zu Richard Wagners Dramaturgien.

1997 Essay-Preis und Aufenthaltsstipendium des Japanischen Außenministeriums, 1998 Förderpreis der Deutschen Oper Berlin, 1999 Stipendiatin der Bayreuther Festspiele, 2005 und 2007 Medienkunstpreis des Bundesamtes für Kultur der Schweiz, 2011 Gastkünstlerin in Delphi und Residenzstipendium der Kunststiftung NRW in Istanbul. 2004-2008 Mitglied der Autorenjury der Deutschen Bühne, seit 2007 Mitglied des künstlerisch-wissenschaftlichen Beirats von Musik & Ästhetik.

Arbeitsschwerpunkt ist die Oper als autonome Kunstform: Auseinandersetzung mit graphischer und visueller Musik, dem Installations- und Objekttheater, der Medialität der griechischen Theaterantike, digitaler Figurenanimation, dynamischen Architekturen, den historischen Avantgarden und Neuen Technologien, d.h. dem Experimentellen im Repertoire sowie den Möglichkeiten zur Verschmelzung traditioneller und zeitgenössischer, linearer und nicht-linearer Medien auf der Opernbühne.

Sofern es einem Werk dient, werden dabei speziell Mittel und Methoden aus Randbereichen, fachfremden Berufsdisziplinen und Gattungen in den Kontext des Musiktheaterbetriebs hineingeholt. Grundlage hierfür ist die Überlegung, daß Oper im Kern erst politisch sein kann, wenn sie alternative Produktionsformate zuläßt oder sie selbst entwickelt und positioniert. Zwangsläufig sind die alten Fabeln nur im Zungenschlag des Zeitgenossen weitererzählbar. In diesem Sinn werden sie vor dem Horizont einer kritischen Praxis in Szene gesetzt, die den Zauber des historischen Werkbestandes nicht in Frage stellt, sondern idealerweise erst ins Bewußtsein rückt.