BenennungJohanna Dombois |
Datum der letzten Änderung13.05.2022 10:56:40 |
© 2026 |
WerkstoffRegie|>Oper|>Neues Musiktheater |
Datum der letzten Ansicht20.08.2026 10:51:37 |
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»Neue Erkenntnisse findet man eher bei distanzierteren Autoren. Etwa in der von Johanna Dombois und Richard Klein herausgegebenen Aufsatzsammlung ›Richard Wagner und seine Medien‹ (Klett-Cotta, 512 S., 78 Euro), die sich mit Aspekten der Wagner-Regie und mit etlichem Konfliktpotenzial zwischen (musikwissenschaftlicher) Theorie und medialer (Theater-)Praxis bis hin zur Einbettung von Wagners Werk in den Kontext zeitgenössischer Medientheorien auseinandersetzt. Lesern, die sich auch durch schwer Verständliches durchbeißen können, führt dieses Buch deutlich vor Augen, wo das utopische Potenzial von Wagners Kunst steckt. »Multimedia ist nicht Medienkunst«, liest man etwa bei Johanna Dombois, und »Medienkunst beginnt da, wo Multimedia endet«. Im Übrigen habe Wagners Idee des Gesamtkunstwerks nichts mit Multimedia zu tun, und Medien seien keineswegs nur (wie zurzeit bei der Bayreuther Festspielleitung) Vermarktungsinstrumente. Da kann man nur zustimmen.«
»Die 23 Kapitel des ungewöhnlich ansprechend gestalteten und trefflich illustrierten Bandes ... behandeln disparate Aspekte der Wagnerschen Bühnenwerke, sind aber aus einem einheitlichen Geist konzipiert und mit gleicher intellektueller Verve geschrieben. ... Die Einwürfe der beiden Autoren haben dasselbe Ziel, nämlich dem »mediale[n] Analphabetismus« (S. 430), den sie allenthalben grassieren sehen, ein Ende zu machen und unsere Rede über Wagner auf die Bahn eines zeitgemäßen Medien-Bewusstseins, ja einer Medien-Gewitztheit zu lenken. ... Entscheidend für ihre Argumentation ist die Beobachtung, dass Medien nicht erst mit dem technischen Fortschritt nach Wagners Tod in seine Bühnenwerke eindrangen, sondern diese je schon »weltbildend« modellierten. ... Dem Schöpfer des ›Ring des Nibelungen‹ wird ... eine bisher noch nie in diesem Sinne definierte Bedeutung zuerkannt: er »markiert einen historischen Wendepunkt im Verhältnis der Menschen zu den Medien.« ... [Die] Themen [werden] hier auf hohem intellektuellen Niveau und mit einem wahren Füllhorn von Überlegungen zur heutigen Praxis des Musiktheaters entfaltet ... überbordende intellektuelle Neugier [zeichnet] den ganzen Band aus«.
»Dieses Plädoyer für die kritische Betrachtung der Medien innerhalb der Werkgeschichte Richard Wagners ist brillant geschrieben und eröffnet neue Perspektiven.« ... Es »bildet den Anfang einer Diskussion, von der man vermuten kann, dass sie noch lange anhalten wird.«
»›Medientheorie‹ – das Wort klingt für akademische Laien sicher furchtbar: Dazu besteht kein Grund – denn die Beiträge dieses dicken Bandes führen in eine faszinierende, jederzeit aktuelle Welt, die uns Wagner auf hohem Reflexionsniveau nahe bringt.«
»›Richard Wagner und seine Medien‹ – unter diesem leicht daher kommenden Titel verbirgt sich eine Sammlung von grundgewichtigen wie frei flottierenden, von streng argumentierenden wie poetisch abgelegten Auf- und Ansätzen ... ein gewaltiges Opus ...
Wagner und die Medien – das ist kein Widerspruch, sondern eine notwendige Bedingung, die die Autoren kompromisslos einklagen: ... »Medienkunst beginnt da, wo Multimedia endet: bei der Fähigkeit zur Kritik, nicht zuletzt an unseren Techniken selbst«. In diesem Sinne plädieren Klein und Dombois, im Ineins von Rezeptionsgeschichte und Interpretation, Musiktheater und Wissenschaft, für ein medienkompetentes Regietheater, das die Tradition kennt, die Gegenwart beherrscht und die Zukunft nicht fürchtet. ... Die exzellenten Fallstudien, die stellenweise ebenso zum Widerspruch auffordern wie sie das eigene Unbehagen am schlechten Regietheater befördern, provozieren den Wunsch nach einer ›Plurimedialität‹ des Musiktheaters, dem Richard Wagner als Avantgardist schon deshalb entgegen kam, weil in seinem Theater ein herkömmlicher Gegenstand wie der Vorhang zu einem Medium zwischen Theater und Traum wurde: ... Differenzierteres wird man anderswo kaum lesen können. ...
Mit einem Wort: in der Fülle und Verkettung der Ansätze und Ideen ist die Sammlung selbst ein Medienereignis: zwischen Wagners und unserer technischen Welt. Es ist auch ein ›schönes‹ Buch geworden. So enthüllt sich noch einmal, im 500 Jahre alten Medium, die Zauberkraft einer Gattung, die, im kostbaren Druck versehen mit den Bestandteilen von Gold und Eisen, in einem ungewöhnlichen, auch ungewöhnlich fordernden Band in eine feste Form gegossen wurde.«
»Die grandiose Essay-Sammlung ›Richard Wagner und seine Medien‹ von Johanna Dombois und Richard Klein ... führt zu ... erhellenden Erkenntnissen ..., die einige Diskussionen in Gang setzen werden – mit ganz realen Folgen für die Wagner-Aufführungen von morgen.«
»Wagner-Connaisseuren sei dieser im Klett-Cotta Verlag erschienene Band wärmstens ans Herz gelegt. ... ›Richard Wagner und seine Medien‹ ist ein fabelhafter Lesestoff, um intensiv in den Wagnerkosmos einzutauchen.«
»Dass sich die Beschäftigung mit Wagner noch immer einem drängenden Interesse verdanken kann, spürt man dem Band ›Richard Wagner und seine Medien‹ an, den die Regisseurin Johanna Dombois und der Musikphilosoph Richard Klein geschrieben haben ... Und da gibt es noch Dinge zu entdecken, von denen die Wagner-Forschung sich nichts hat träumen lassen. ... Nimmt man Wagner in seiner Komplexität ernst, kann einem schwindelig werden. Man versteht, warum die Rezeptionsgeschichte Wagners eine Geschichte der Projektionen ist: Die lassen sich allemal leichter vollziehen, als ein Verständnis der Werke erreicht ist. Johanna Dombois macht daher Vorschläge einer Wagner-Regie, die nicht mehr aufs Ganze zielt, sondern von Details ausgeht ... Ihre Vision einer Wagner-Regie, die ihre Techniken und Medien bewusst macht, statt sie zu verstecken, klingt einigermaßen fantastisch ... Aber damit erinnert diese Buch noch einmal an die utopischen Potenziale in Wagners Werk – und wird ihm einzig gerecht.«
»Dieses Buch ist ein Koloss: Johanna Dombois und Richard Klein, Regisseurin die eine, Dramaturg und ›Musikphilosoph‹ der andere, versammeln 23 selbstgeschriebene Aufsätze, ahmen das Disparate der Gattung Oper im Allgemeinen und die Heterogenität von Wagners Werk im Speziellen nach, mit selbstbewussten Aplomb: ›Richard Wagner und seine Medien‹ ... sei »nicht Roman, nicht Sammelband, vielleicht: plurale Prosa«. Jene (elaborierte) Prosa steht dem Erkenntnisgewinn durchaus nicht im Weg: Ganz praktische Überlegungen zum Einsatz von verschiedensten, alten und neuesten Medien auf der Opernbühne wechseln ab mit essayistischen oder philosophischen Betrachtungen, Glossen und erratischen Aphorismen. Kein Buch, dass man in einem Rutsch durchliest, sondern eines, das man zur Hand nimmt, wenn man Anregung sucht, sich ärgern oder beim nächsten Premierengespräch beeindrucken will.«
»Dombois’ und Kleins Anliegen ist nicht eine systematische Aufarbeitung der Rezeptionsgeschichte, sondern eine essayistische Betrachtung von Einzelaspekten: Was kann, was könnte Musiktheater in Theorie und Praxis leisten? ... Aus allen Beiträgen sticht ein hohes Reflexionsniveau hervor, stets mit Blick auf eine konkrete Umsetzbarkeit auf der Bühne. ... Jedes Kapitel enthält Beobachtungen, gereifte Thesen, Gedanken, die es weiterzuverfolgen gilt. Von grundlegender Bedeutung sind insbesondere die teils kühnen Thesen zu ›Wagner und die Neuen Medien‹, in denen Dombois die Möglichkeiten der Oper auf die Jetztzeit überträgt, ohne etwa einem modernem Video-Einsatz carte blanche zu erteilen. ... Dieser Band betreibt Medienphilosophie und ästhetische Diskussion zugleich.«
»Von vornherein jenseits disziplinärer Kleingartenanlagen positioniert sich eine weitere, höchst substanzielle Neuveröffentlichung schon durch den Titel: ›Richard Wagner und seine Medien‹ – das geht aufs Ganze. Die Regisseurin und Autorin Johanna Dombois beschäftigt sich mit der Medienreflexion auf der Opernbühne; der Musikphilosoph Richard Klein ist ... ein gleichermaßen scharfsinniger wie musikkundiger Wagner-Interpret ... Das Buch ist faszinierend gerade durch seine Heterogenität, auch durch die Unterschiede zwischen zwei starken Köpfen, durch die einerseits fast pamphlethaften Plädoyers für ein reflektiertes, medienbewusstes Regietheater ... und die Versunkenheit in Interpretationsprobleme.«
»Das Buch ... ist jedem mit der Oper Befaßten zu empfehlen, der Zeit und Lust hat, sich auf eine intensive Beschäftigung mit dem Phänomen einzulassen.«
»Ein ausgesprochen gelungenes Buch.«
»Johanna Dombois und Richard Klein haben ein Buch geschrieben, das zum Stöbern einlädt und gut zu lesen ist.«